Interview: Under The Pledge Of Secrecy, Euroblast Festival X (Köln)

Interview: Under The Pledge Of Secrecy, Euroblast Festival X (Köln)

11. Oktober 2014 0 Von Lena

Stefan – Drums

Thorsten – Guitar

Lest We Forget: Nächstes Jahr feiert ihr euer 10 Jähriges Bandjubileum. In dieser Zeit hat sich bestimmt viel bei euch verändert, aber was ist seit der Gründung immer gleich geblieben?

 

Stefan: Die Energie in der Band. Und eine gute Mischung aus verschiedenen Metalrichtungen zu machen, z.B. wie Oldschool-Hardcore Elemente die auch in unseren Songs zu finden sind.

 

 

Lest We Forget: Ihr habt seitdem schon viele Gigs gespielt. Welche Show ist euch am meisten in Erinnerung geblieben?

 

Stefan: Eine der besten Shows die wir gespielt haben war letztes Jahr auf der Tour in Belgien in Ieper, das ist ein ganz kleiner Club mit ganz viel Charme. Wir haben da mit einer englischen Band, Oblivionized, gespielt. Das war einfach eine geile Show. Durch diese kleine Clubatmosphäre haben die Leute die Musik viel Intensiver erlebt. Das hat uns sehr gefallen.

 

Thorsten: Wenn bei einem Konzert wenig Leute da sind, die dann aber viel mehr abgehen ist uns das lieber als wenn keiner in einer großen Location abgeht.

 

 

Lest We Forget: Was war der schönste Tag den ihr als Band zusammen hattet?

 

Thorsten: Ich würde sagen, als wir unser neues Album abgeschlossen hatten. Da waren so viele Probleme bei der Aufnahme, über logistische Sachen..

 

Stefan: …Menschen die ihre Versprechen nicht halten. Wir haben in Amerika eigentlich am Anfang mit einem unserer Vorbilder zusammen gearbeitet weil wir dachten boah, der ist seit 10 Jahren unser Vorbild gewesen, hat ’ne Platte gemacht die wir sehr cool fanden und sind da leider sehr enttäuscht worden. Wir wollten eigentlich letztes Jahr die Platte rausbringen und mussten dann alle Leute enttäuschen. Dabei lag’s einfach nur daran, dass Amerika gesagt hat Ich hab was anderes zu tun. Jetzt haben wir uns wieder auf richtige Freunde verlassen. Ein guter Kumpel, der Hendrik von Syranic, der hat die Platte jetzt gemischt. Wir haben dann im März dieses Jahres ziemlich viel zusammen gesessen und er hat es praktisch geschafft unserem bekloppten Anspruch gerecht zu werden, die Platte dann noch schön abzuschließen.

 

 

Lest We Forget: Und wie habt ihr euch als Band überhaupt kennen gelernt?

 

Stefan: Der Thorsten und ich machen schon sehr lange zusammen Musik, seit wir 15 sind. Fast 20 Jahre sind das schon. Wir haben früher mit Grunge und Punk angefangen und sind dann über Oldschool und Hardcore zum Metal gekommen. Der Thorsten war schon immer ein Oldschool Metaler. Ich hab‘ damals einen Tipp von einer Freundin aus der Schule bekommen, dass der Thorsten ein ziemlich cooler Metal Gitarrist ist. Dann hab ich ihn einfach irgendwann nach der Schule gefragt ober er bock hätte ne‘ Band zu machen. Wir zwei sind also sozusagen die Ur-gesteine der Band. Dann haben wir vor 10 Jahren den Arthur in einem Club in Aachen getroffen und haben uns über Metal Bands unterhalten. Irgendwann meinte ich dann Hey, wir suchen noch ’nen Sänger. Dann war er also der dritte im Bund. Zwischendurch haben viele Leute gewechselt. Das hat damals die so richtig ganz zusammengepasst, aber so wie wir jetzt sind mit dem Thomas und dem Till, das ist jetzt unsere Band. Wir wollen auch dass das so bleibt.

 

 

Lest We Forget: Mit wem würdet ihr gerne auf Tour gehen?

 

Thorsten: Da gibt es so viele Bands… Mit The Dillinger Escape Plan zum Beispiel. Eigentlich mit allen Bands die in dieser Szene schon einen Namen haben. Bands, zu denen wir einfach schon immer aufgeschaut haben.

 

Stefan: Bands, die einfach eine Inspiration für uns sind. Es gibt noch ’ne geile Band die sich jetzt unbenannt haben, Crowpath aus Schweden, die heißen jetzt Tellusian. Die haben mich als Drummer sehr inspiriert. Der Drummer hat einen sehr speziellen Style und er spielt in meinen Ohren sehr musikalisch.

 

Thorsten: Aber eigentlich mit jeder Band, alleine schon um neue Kontakte zu knüpfen.

 

Stefan: Auch aus ganz verschiedenen Musikrichtungen. Das Euroblast Festival ist z.B. auch ein Collective von ganz vielen Bands mit Einflüssen von Metal über Jazz bis Fusion. Wir sind ja auch in dem Sinne eigentlich keine richtige Metal Band, deswegen ist es auch oft nicht so einfach an Gigs zu kommen weil die Menschen auch oft einfach Sparte hören wollen und nicht das Interesse an einem Mix haben, wie wir ihn versuchen.

 

 

Lest We Forget: Wo war euer erster Proberaum?

 

Thorsten: In der alten Schule vom Stefan. Das war eine alte Waschküche, richtig Katastrophal. Schlechtes Equipment, mit 14/15 haben wir angefangen. Da haben wir mehr Lärm gemacht als sonst was. Inzwischen haben wir schon den zehnten Proberaum über die Jahre..

 

Stefan: Es gibt in Aachen fast keinen Raum wo wir noch nicht waren. Es gibt drei Bunker in Aachen wo wir über die Jahre verteilt schon mal geprobt haben.

 

 

Lest We Forget: Auf welchem Festival würdet ihr gerne spielen?

 

Thorsten: Da gibt es verschiedene, Party.San, Blastfest, Tech-Fest, vielleicht nächstes Jahr nochmal auf dem Euroblast.

 

Stefan: Dynamo wäre auch cool. Open Air wäre schon ein Traum.

 

Thorsten: Wir wollen uns auch auf jeden Fall bei den Veranstaltern vom Euroblast nochmal bedanken, dass sie uns die Chance gegeben haben hier zu spielen und den Leuten mal eine andere Art von Musik präsentieren zu dürfen.

 

 

Lest We Forget: Von was hattet ihr den schlimmsten Kater?

 

Stefan: Auf der Rückfahrt von Kopenhagen. Wir haben einen Gig in Kopenhagen gespielt, und weil die ganze Fahrt so anstrengend war haben wir gedacht, wir müssen uns jetzt irgendwie die Zeit verkürzen, haben dann auf der Fähre auch getrunken und nachher sind wir dann doch ziemlich abgesackt.

 

 

Lest We Forget: Was war euer krassestes/verrücktestes Tour-Erlebnis?

 

Thorsten: Eine richtige Tour haben wir erst letztes Jahr gemacht. Wir hatten oft das Pech das viele Leute aus der Band nicht immer die Zeit haben, wie z.B. gerade der Stefan, der seinen Doktor macht.

 

Stefan: Letztes Jahre waren wir in Paris, das war ein Hindernisfahren dort in der Stadt. Dann kommen hunderte Mofas von links und rechts, aber das hat der Timo, unser Tourfahrer letztes Jahr echt super gemacht.

Wir haben in Paris dann in einem kleinen Club gespielt in dem man auch gut essen kann, der hieß La Cantine. Wir haben da unten im Keller gespielt. In diesem kleinen Keller war die Luftfeuchtigkeit fast 100 Prozent und darin dann so eine Musik zu spielen, das war schon fast wie Sauna.

 

Thorsten: Und oben haben die Leute schön mit Krawatte im Restaurant gegessen und wir kamen dann versifft als fiese böse Metaler aus dem Keller.

 

 

ENTWEDER ODER

 

 

 

-Bier aus der Flasche oder dem Glaß

 

Stefan: Flasche, auf jeden! Jetzt geht es gerade nicht anders [guckt auf die Dose in seiner Hand] aber sonst auf jeden Fall Flasche.

 

Thorsten: Ich bin eher der Cola-trinker.

 

 

-Pils oder Alt

 

Stefan: Pils.

 

 

-Tee oder Kaffee

 

Thorsten: Kaffee.

 

Stefan: Ja, Kaffee.

 

 

-Müsli oder Brot

 

 

Stefan: Mh, mal so mal so.

 

Thorsten: Zählt auch Pizza? Mh obwohl, morgens ’ne Pizza…

 

 

-Serie oder Film

 

Thorsten: Teils teils, wenn das eine gute Serie ist..

 

Lest We Forget: Was ist denn eine gute Serie?

 

Thorsten: Breaking Bad zum Beispiel, obwohl das jetzt auch schon jeder gesehen hat.

 

Stefan: Ich finde die letzten Science-Fiction Filme die so raus gekommen sind. Ich habe auch früher in einem Kino gearbeitet wo viele Soundtracks liefen. Deswegen auf jeden Fall Film.

 

 

-Star Wars oder Star Treck

 

Stefan: Star Wars.

 

 

-Tag oder Nacht

 

[beide]: Nacht!

 

 

-Sand oder Schnee

 

Thorsten: Schnee.

 

Stefan: Sand. Einfach wegen dem Lifestyle, dieses Lebensgefühl…

 

 

-CD oder Download

 

Stefan: CD! Musik ist ja ein komplettes Produkt was ein Künstler macht. Wir haben es jetzt selbst wieder erlebt wie lange so etwas dauert. Fast über 2 Jahre. Die meisten Menschen bekommen das gar nicht mit, dann hört man das ’ne halbe Stunde und dann ist es zu Ende. Man soll schon das ganze sehen, wenn man es runterläd ist es nicht so die Wertschätzung finde ich.

 

Thorsten: Dem Trend Internet kann man ja mit geteilter Meinung gegenüber stehen. Musik ist fast zu Fastfood verkommen. Damals hat man ne‘ Schallplate aufgelegt und sich Zeit genommen da rein zu hören, man hat sich das Cover angeschaut. Heute klickt man sich in irgend einen Song rein von einer Band die vielleicht drei Monate gebraucht hat das zu komponieren und aufzunehmen und es wird direkt weiter geklickt. Es hat zwar viele Vorteile aber ist dadurch auch zum Wegwerf-produkt geworden.