Interview: Callejon, Zakk (Düsseldorf)

Interview: Callejon, Zakk (Düsseldorf)

15. Dezember 2015 0 Von Stefanie

 

 

Basti – Gesang

Bernie – Gitarre

Lest We Forget: Ihr seit gerade mitten in der „Wir sind Angst“ Tour. Wie läuft die Tour bis jetzt?

Basti: Bis jetzt läuft’s sehr gut. Der Auftakt in Wolfsburg war ultra cool, da wir noch nie vorher in Wolfsburg gespielt haben. Leipzig war auch mega fett. Von allen Shows, die wir in Leipzig bis jetzt gespielt haben, war das auf jeden Fall die beste. Die Stimmung war einfach super. Wir sind gespannt, was uns heute an Tag drei der Tour in Düsseldorf erwartet.

Lest We Forget: Kommt ihr manchmal während einer langen Tour an einen Punkt, an dem ihr denkt „Ich habe keine Lust mehr/Ich kann nicht mehr“?

Bernie: Bock haben wir immer. Es ist noch nie vorgekommen, dass wir gesagt haben:„Wir haben keine Lust mehr.“ Es kann aber manchmal ziemlich ätzend sein, wenn man so richtig krank wird und dann noch 10 Tage Tour vor sich hat. Wenn das mal der Fall war, haben wir aber meist trotzdem die Tour durchgezogen. Problematisch wird es nur, wenn Basti krank wird. Wenn er erkältet ist und dann trotzdem noch singt und shoutet, setzt er sich der Gefahr aus, dass seine Stimmbänder bleibende Schäden davon tragen und das wollen wir natürlich unter allen Umständen vermeiden.

Lest We Forget: Ihr wart heute für eine Autogrammstunde im Titus Düsseldorf und gestern im EMP Store in Leipzig. Wie kommt so etwas zu stande? Seid ihr diejenigen die sagen: „Wir haben Bock auf ne Autogrammstunde“ und EMP sagt dann „Alles klar, wir sponsern das“. Oder wie kann man sich das vorstellen?

Basti & Bernie: Ja richtig. (lacht) Entweder ist es so rum, oder wir bekommen selbst die Anfrage. Zum Beispiel ist es auf Festivals meist so, dass man angefragt wird. Aber bei dieser Tour ging das von uns aus. Wir sind einfach gerne nah an unseren Fans. Nach einem Konzert ist leider nicht immer die Zeit dafür, allen Fans ein Autogramm zu geben oder mit ihnen zu reden. Nach einer Show läuft es meistens sehr ungeordnet ab und wir sind geschafft von der Show. Deswegen ist eine Autogrammstunde ein cooler Rahmen, um sich genau für so etwas die Zeit zu nehmen, ’n bisschen zu quatschen und ein paar Fotos zu machen.

Lest We Forget: Ihr habt Ende November eure Live DVD „Live in Köln“ herausgebracht. Warum habt ihr gerade Köln als Ort ausgewählt und nicht Düsseldorf, eure Heimatstadt?

Bernie: Wir sind ursprünglich eine düsseldorfer Band, weil wir alle aus Düsseldorf kommen und uns dort gegründet haben. Aber die größten NRW Shows haben wir bis jetzt immer in Köln gespielt und ich muss ganz ehrlich sagen: Köln ist ganz genauso Heimatstadt für uns, wie Düsseldorf. Außerdem ist das E-Werk einfach eine echt geile Location.

Lest We Forget: Wenn man den Song „Es regnet“ von eurem ersten Album „Willkommen im Beerdigungscafe“ mit dem 2012 erschienenen Song „Kind im Nebel“ vergleicht, fällt einem schon auf, dass ihr euch über die Zeit musikalisch sehr gewandelt habt. War das eine bewusste Entscheidung oder kam das eher schleichend?

Basti: Also ich habe früher schon auf dem allerersten Demo-Tape versucht clean zu singen. (lacht) Wir haben auch schon immer alle privat in der Band ruhige Songs gehört und Bock drauf gehabt, mal selber welche zu machen. Mit „Kind im Nebel“ haben wir uns dann endlich mal gedacht: „Komm, das packen wir als echte klassische Ballade mit aufs Album“. Generell entwickelt man sich aber auch immer mit seiner Musik weiter. Wenn man unsere Alben anguckt sieht man, dass jedes Album für sich einfach einen individuellen Sound hat. Da hat man zum Beispiel „Zombie Action Hauptquartier“, was echt richtig Metal-lastig ist. „Blitzkreutz“ ist hingegen viel gradliniger und auch mit ruhigeren Parts bestück. „Man spricht Deutsch“ ist einfach ein komplettes Cover-Album und „Wir sind Angst“ ist vom inhaltlichen her ein wesentlich politischeres Album und wieder mehr Metal-lastig. Wir haben für unsere Musik einfach kein festes Konzept und machen eigentlich immer das, worauf wir gerade Bock haben. Dazu kommt dann noch, dass man sich mit der Zeit auch vom musikalischen Können her einfach verbessert und sich dadurch auch noch einmal ganz andere Möglichkeiten auftun.

Lest We Forget: Arbeitet ihr schon an einem neuen Album? Und wenn ja – wisst ihr schon, wann es erscheinen wird?

Basti: 2016 werden wir an einem neuen Album schreiben. Wir haben schon viele abgespacete Ideen. Aber was genau es wird und wie lange es dauern wird, steht noch nicht fest. Wir sind auf jeden Fall schon mächtig heiß darauf, an neuen Sachen und neuen Texten zu arbeiten.

Lest We Forget: Habt ihr gute Vorsätze fürs Jahr 2016?

Bernie: Ich habe mir vorgenommen endlich mit dem Rauchen aufzuhören. Ich rauche schon fast mein halbes Leben lang und langsam finde ich es reicht. Ansonsten habe ich mir natürlich vorgenommen an dem neuen Callejon-Album zu arbeiten und neue Songs zu schreiben.

Basti: Ich würde auch gerne mit dem Rauchen aufhören – bin mir allerdings nicht sicher, ob ich das schaffen werde. Ansonsten freue ich mich natürlich auch darauf an den neuen Callejon-Sachen zu arbeiten. Außerdem kommt auch noch einiges neues von mir in künstlerischer Form von meinem Kunstprojekt „Basti Basti„.

 

Zum Schluss noch ein paar kurze Fragen…

Lest We Forget: Habt ihr etwas, dass ihr besonders gerne auf einer Tour esst?

Bernie: Ich bin eher so der Dessert-Typ auf Tour, Kuchen ist geil.

Basti: Ich als Veganer bin einfach immer froh, wenn’s was leckeres veganes gibt. Was, ist da eigentlich egal.

Bernie: Basti ist auf jeden Fall der Eintopf-Typ. Immer wenn wir uns sehen erzählt er, dass er irgendwelche Eintöpfe gemacht hat und wie lecker die waren. (lacht)

Lest We Forget: Was ist euer persönliches Lieblingsalbum überhaupt?

Basti: Also bei mir sind es auf jeden Fall zwei Alben von Type O Negative. Und zwar: „October rust“ und „World coming down“. „Wish“, von The Cure ist aber auch der Hammer.

Bernie: Für mich ist „Hidden Hands of a Sadist Nation“ von Darkest Hour eins der geilsten Alben, die jemals gemacht wurden.

Lest We Forget: Guckt ihr Serien – wenn ja, was ist eure Lieblingsserie zur Zeit?

Basti: Es gibt viele gute Serien wie Sons of Anarchy oder Super Natural, aber meine Lieblingsserie ist definitiv Six feet under.

Bernie: Ja, Supernatural ist echt ganz cool. Auch wenn ich das am Anfang nicht dachte, habe ich mich von Basti dann eines besseren belehren lassen.